Article ID | Journal | Published Year | Pages | File Type |
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5123583 | Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen | 2017 | 8 Pages |
BackgroundRisks resulted from using systemic antibiotics such as increasing rates of bacterial resistance, allergy and side effects should be always weighed individually for each patient against any potential benefits. Routine antibiotic prescribing must be therefore discouraged. The Federal Joint Committee (“Gemeinsamer Bundesauschuss”, G-BA) commissioned the AQUA-Institute with the development of an external quality assurance procedure, examining systemic antibiotic use in periodontal, conservative and surgical treatments in ambulatory dental health care. The aim of the procedure was to increase patient safety through rational use of systemic antibiotics and increasing the use of first line medications.Material and MethodsThe process of developing the quality indicators included searching for relevant literature and quality indicators, analyzing dental claims data (2013) and antibiotic prescriptions, and finally evaluating the proposed quality indicators in an expert panel. The analysis examined patients who received dental treatments and a prescription for systemic antibiotics. The indicator set consisted of three indicators: usage of systemic antibiotics in dental treatments without indication for antibiotics, the percentage of penicillin prescriptions in dental treatments and the percentage of clindamycin prescriptions in dental treatments.ResultsThe analysis showed that about 574 million claims on conservative and surgical treatments were made for about 60 million patients. In total, about 4.7 million systemic antibiotics prescriptions were issued for 3.5 million patients with dental treatments. The percentage of patients given a systemic antibiotic as an adjunct to dental treatments, usually without indication, was 3.4Â %. The percentage of penicillin prescriptions (as a whole therapeutic/pharmacological subgroup) of the total systemic antibiotic use in dental treatments was 46.3Â %; for clindamycin it was 47.0Â %.ConclusionClindamycin is preferred by German dentists, and its overprescription represents an inappropriate use of antibiotics. Optimizing antibiotics prescriptions in dental care through rational use decreases bacterial resistance, increases patient safety and the overall quality of dental care. Future analysis and reporting of the indicators will draw a clear picture of dental antibiotic use, i.e. using a risk adjustment for the first indicator and the implementation of a consistent identification system for dentists in the statutory health insurance (SHI). This will enable a direct connection between dentists and their respective antibiotic prescriptions (causal relationship) and thus highlight areas of need for quality improvement. As such targeted educational activities can be developed on an individual basis.
ZusammenfassungHintergrundDie mit der Anwendung systemischer Antibiotika einhergehenden Risiken wie erhöhte Resistenzbildung bakterieller Erreger, Allergien und Nebenwirkungen sollten bei jedem Patienten stets individuell gegen die potenziellen Vorteile abgewogen werden. Von einer routinemäÃigen Antibiotikaverordnung ist daher dringend abzuraten. Das AQUA-Institut wurde vom Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) mit der Entwicklung einer externen QualitätssicherungsmaÃnahme beauftragt, mit der die Anwendung systemischer Antibiotika bei parodontalen, konservativen und chirurgischen Behandlungen im Rahmen der ambulanten zahnärztlichen Versorgung untersucht werden soll. Ziel dieser MaÃnahme war es, die Sicherheit der Patienten durch den rationalen Einsatz systemischer Antibiotika und die vermehrte Anwendung von Medikamenten der ersten Wahl zu erhöhen.Materialien und MethodikDer Entwicklungsprozess von Qualitätsindikatoren umfasste die Suche nach relevanter Literatur und relevanten Qualitätsindikatoren, die Auswertung von Krankenkassendaten (2013) und Antibiotikaverordnungen sowie schlieÃlich die Beurteilung der vorgeschlagenen Qualitätsindikatoren durch ein Expertengremium. In die Analyse gingen die Daten von Patienten ein, bei denen nach einer Zahnbehandlung systemische Antibiotika verordnet worden waren. Dabei wurden drei Indikatoren berücksichtigt: Anwendung systemischer Antibiotika im Rahmen zahnärztlicher Behandlungen ohne Indikation für eine Antibiotikagabe, der Prozentsatz der Penicillin-Verordnungen bei zahnärztlichen Behandlungen und der Prozentsatz der Clindamycin-Verordnungen bei zahnärztlichen Behandlungen.ErgebnisseDie Analyse ergab, dass für rund 60 Millionen Patienten ca. 574 Millionen Kostenübernahmeanträge für konservative und chirurgische Zahnbehandlungen gestellt wurden. Insgesamt wurden für 3,5 Millionen zahnärztlich behandelte Patienten ca. 4,7 Millionen Verordnungen von systemischen Antibiotika ausgestellt. Der Prozentsatz der Patienten, die - meist ohne entsprechende Indikation - zusätzlich zu einer zahnärztlichen Therapie ein systemisches Antibiotikum erhielten, lag bei 3,4 %. Der prozentuale Anteil der Penicillin-Verordnungen (als eine therapeutische/pharmakologische Subgruppe) am Gesamtverbrauch systemischer Antibiotika im Rahmen zahnärztlicher Behandlungen betrug 46,3 %; für Clindamycin lag er bei 47,0 %.SchlussfolgerungDeutsche Zahnärzte bevorzugen Clindamycin, und seine Ãberverordnung ist Ausdruck einer unangemessenen Anwendung von Antibiotika. Eine Optimierung der Verordnung von Antibiotika im Rahmen der zahnmedizinischen Versorgung durch eine rationale Anwendung mindert die Resistenzbildung und erhöht die Patientensicherheit wie auch die Qualität der zahnärztlichen Versorgung insgesamt. Zukünftige Analysen und die Berichterstattung über die Indikatoren werden ein klares Bild der Anwendung von Antibiotika in der Zahnheilkunde zeichnen, und zwar durch Risikoadjustierung des ersten Indikators und durch die Implementierung eines einheitlichen Identifikationssystems für Vertragszahnärzte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dadurch lässt sich ein direkter Zusammenhang (Kausalbeziehung) zwischen Zahnärzten und ihren jeweiligen Antibiotikaverordnungen herstellen, und es können Bereiche aufgezeigt werden, in denen Qualitätsverbesserungsbedarf besteht. So können im Einzelfall gezielte edukative MaÃnahmen entwickelt werden.